Kapitalistisches Krisenchaos
Als im Oktober die Weltwirtschaftskrise ausbrach, erklärte die Bundesregierung eiligst, dies sei ein US-Problem. In Deutschland angekommen, wurde sie zur „Rezession“ umgedichtet, die bald überwunden sei. Doch die ständig wiederkehrenden Meldungen, dass es bald aufwärts gehen würde, entbehren jeder Grundlage.
Von Oktober bis Dezember 2008 brach die Weltindustrieproduktion um 20 Prozent ein. In den Industriestaaten waren es sogar 23 Prozent. In Deutschland sank der Industrieumsatz im Januar
um minus 20 Prozent. Von dem Einbruch wurde auch der Welthandel erfasst.
Berliner Regierung kopflos Spätestens an diesem Punkt wurde deutlich, dass die „Experten“ der Berliner Koalition keinerlei Ahnung von den wirklichen Ursachen haben und den Kapitalismus schön reden wollen. Offensichtlich will sich die große Koalition bis zu den Wahlen retten, um uns dann zur Ader zu lassen. Von einer Wirtschaftskrise spricht die Berliner Regierung nicht gern. Wohl weil sie die Analyse von Karl Marx bestätigt, dass Wirtschaftskrisen eine Gesetzmäßigkeit der kapitalistischen Produktionsweise sind und nur dann verschwinden, wenn der Kapitalismus beseitigt
und durch eine sozialistische Produktionsweise ersetzt wird.
Ende der Krise nicht in Sicht
Die MLPD hat diese Entwicklung schon lange vorausgesagt. Im Zuge der Neuorganisation der internationalen Produktion in den 1990er Jahren – verfälschend auch Globalisierung genannt – hat die Akkumulation des Kapitals weltweit ungeheure Dimensionen angenommen. Erinnern wir uns an die gigantische Fusionswelle der 1990er Jahre, in der bislang nationale Monopole zu internationalen Weltmonopolen aufstiegen und ihr Kapital für einen Markt rüsteten, der gar nicht in dem Maße mitwachsen konnte. Das löste eine Strukturkrise aus, in der ständig Kapital in riesigen Mengen vernichtet wurde, wie das Beispiel von Nokia in Bochum zeigte. Da wurde ein relativ neues Werk stillgelegt. In der jetzigen Weltwirtschaftskrise erleben wir, wie das überschüssige Kapital in gigantischem Ausmaß vernichtet und die lebendige Arbeitskraft entwertet wird – so lange, bis sich für das internationale Finanzkapital die Produktion für Maximalprofit wieder lohnt. Und das kann Jahre dauern!
Zur Erzielung maximaler Profite wurde mit gigantischen Beträgen an der Börse spekuliert. Doch dann platzte die Blase. Schätzungen der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) zufolge hat die Wirtschaftskrise bis Ende 2008 die globalen Finanzanlagen um sage und schreibe 50 Billionen US-Dollar entwertet! Auch die Riester-Rente beruht auf Spekulation, und wer mag da noch an die Auszahlung seiner Rente glauben?
